Zurück vom Ende der Welt

Zurück vom Ende der Welt

Auch wenn der Kilometerzähler es Autos gar nicht so riesige Zahlen ausspuckt, gefühlt haben wir im Urlaub mehrmals am Ende der Welt gestanden.

Dabei waren wir eigentlich nur in Süd-Schweden, einem kleinen Zipfel eines riesigen Landes, dem dicht-besiedelsten noch dazu. Aber von vorne: in diesem Jahr herrschte bei uns große Ratlosigkeit über unser Urlaubsziel – mal wieder Nordfrankreich, Österreich oder vielleicht Kroatien? Alles wurde abgewogen und wieder verworfen. Eine Woche vor Abreisetermin machte ich einen Vorstoß in Richtung Skandinavien – von meiner Frau bisher mit vielfältigen Argumenten abgelehnt. Als sie dann aber eine günstige Fährverbindung von Swinoujscie nach Trelleborg entdeckte die uns und unseren Puck für eine überschaubare Summe transportierte, bröckelte ihr letztes Verteidigungsargument.

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Als (einzige) Vorbereitungsmaßnahme kauften wir eine vernünftige Landkarte und einen (im Nachhinein) uninspirierten Reiseführer und machten uns los. Wir erreichten Trelleborg am frühen Nachmittag, steuerten den ersten Campingplatz in ca. 8 km Entfernung an und ließen den schwedischen Zauber auf uns wirken. Irgendetwas ist an diesem Land, das jeglichen Stress sofort verfliegen läßt. Freundliche und entspannte Menschen – nicht zu viele davon – eine bezaubernde Natur, viel Weite, Wind um die Nase. Unsere Entspannung setzte umgehend ein.

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Wir wählten unsere Campingplätze möglichst einfach und abgelegen, zur Anregung gab es immer mal wieder den Besuch netter Orte wie Ystad oder Karlskrona. Aber immer wieder zog es uns ans Wasser und in die Ruhe.

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Von den südlichen Schären bei Karlskrona ging es dann weiter nach Öland, in der Hauptsaison vielleicht nicht ganz so idyllisch. Aber viele waren schon abgereist und unser Campingplatz Wikegard war der perfekte Ort. Statt Animationsprogramm gab es jeden Abend spektakuläre Sonnenuntergänge, das Meer war direkt vor unserer Nase und meine Tagesbeschäftigung bestand aus stricken und der Beobachtung von Licht und Wolken.

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Auf Öland gab es dann auch Programm für mein Strickerherz, ein Besuch des Ullcentrums in Löttorp und der Lammbutiken in Äpplerum. Insgesamt war mir schon aufgefallen, das in Schweden viele Produkte aus natürlichen Materialen hergestellt werden. Wolleund Leinen sind allgegenwärtig, meistens noch in schönes Design gehüllt. Im Ullcenrum gab es eine schier überwältigende Auswahl an Stricksachen aus den beiden Materialien, ich war überfordert. So beschränkte sich mein Einkauf auf wenige Wollstränge und ein Büchlein mit Ölandischen Strickmustern.DSC03896

In der Lammbutiken war es noch schwieriger. Marie Magnus hat auf dem historischen Hof 2011 begonnen Gotländische Pelzschafe zu züchten und ihre Produkte zu verkaufen. Dort gibt es unter anderem Wolle, Felle und auch das Fleisch der Tiere in einem absolut bezaubernden Ambiente zu kaufen. Die Felle und die Produkte daraus sind ein Traum, mit Preisen ab 300 Euro aber für mich leider außerhalb der Reichweite. So blieb es auch hier wieder bei 2 Strängen Garn und einer ausgiebigen Streicheleinheit mit dem Spender des Garnes. Ich muss zugeben, seit ich die Gotlandschafe kennen gelernt habe, hab ich mein Herz an sie verloren. Die Grauschattierungen des Fells, die pfiffigen Gesichter und ihr neugieriges Wesen haben mein Herz im Sturm erobert. Leider hat sich meine Frau hartnäckig geweigert meine Schmuseschaf zu kidnappen und mitzubringen ;).

 

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Nach ein paar Ölandischen Wetterkapriolen haben wir uns spontan entschieden an die Westküste zu wechseln und Göteborg zu besuchen. Die Stadt hat uns begeistert, jung und lebendig, trotzdem gemütlich und entspannt. Ein sehr inspirierendes Erlebnis. Später fiel mir auf: vor lauter Begeisterung hab ich in Göteborg kein einziges Foto gemacht.

Nach ein paar weiteren Tagen an der Westküste war der Urlaub dann leider jäh zu Ende. Ich bin auf einer sandigen Treppe ausgerutscht und habe mir dabei so den Knöchel verstaucht, das kein Schritt mehr möglich war. Urlaubsabbruch nach gut 2 Wochen.

Trotzdem fühle ich mich so erholt wie lange nicht mehr und war ganz sicher nicht das letzte Mal in Schweden. Meine Strickergebnisse und ein ganz besonderes Urlaubssouvenir für euch gibt es dann im nächsten Blog-Artikel.

 

Ich packe meinen Koffer…

Ich packe meinen Koffer…

… zuerst mit Wolle, Anleitungen und Stricknadeln. Sonntag geht es los, noch habe ich keine Hose und kein T-Shirt gepackt. Aber die Strickprojekte sind schon ausgewählt und zusammengepackt. Diesen Urlaub werden erstmalig nur Ladenmuster gestrickt: ein Pullover aus Geilsk Tynd Uld, ein Pullunder aus Zitrons Gobi, eine Mütze aus Findley DK, eine weitere Mütze aus Lamanas Como und wenn dann noch Zeit ist (10 Bücher sind auch schon auf dem Kindle) gibt es vielleicht noch einen Tunika-Cape-Pullunder ebenfalls aus der Como.

Die Vorfreude ist groß, die ersten Pullovermaschen sind schon angenadelt. Heute und morgen bin ich noch selbst im Lädchen, die nächsten 3 Frei- und Samstage werde ich nett und kompetent vertreten. Euer Wollnachschub ist sicher! Bei den Freitagsanleitungen gibt es eine kleine Unterbrechung, aber stöbert doch noch einmal die alten Modelle durch. Mir springt bei der Gelegenheit immer noch ein Stück vor die Nase das ich immer schonmal stricken wollte 🙂