Wie viel ist zuviel?

Wie viel ist zuviel?

Rund um meinen heimischen Stricksessel sieht es derzeit wieder wild aus. Auch wenn in der vergangenen Woche mein Hamburg Calling Tuch und eine neue warme Schal – Mützen Kombination (Anleitung gibt es ab nächster Woche) fertig geworden ist, die Projekte, Ideenläppchen und Wollknäule übernehmen langsam die Macht.

Gefühlt habe ich für jedes abgekettete Projekt sofort 2 neue begonnen. Was liegt denn derzeit alles so rum? Zuerst das Helgoland-Tuch. Das befindet sich gerade in einer Ruhephase. Meine Farbwahl war doch nicht so glücklich für mich und das Muster braucht zuviel Aufmerksamkeit für mal eben so nebenbei. Aber es gibt eine Abnehmerin für das fertige Tuch, muss ich mich also wieder dransetzen. Dann ist da noch der wunderschöne Tuesday-Sweater von Erika Knight. Geht eigentlich schnell mit 10er Nadeln und ist schon halb fertig. Aber dafür ist es momentan einfach noch nicht kalt genug. Für meine Frau habe ich den immer noch den Hemsedal-Pullover auf den Nadeln, aus der traumhaften Arranmore light von The Fibre Co. Der muss bis Nikolaus fertig werden!

Und da das ja alles noch keine Herausforderung für eine  Vollblutstrickerin ist, habe ich gestern mal wieder einen Nuuk für mich begonnen. Mein erster wird von mir ja sehr geliebt und viel getragen. Ich finde aber, dass er eine ganz bestimmte, leicht drahtige Garnbeschaffenheit braucht. Gotlandwolle ist ideal, leider aber gerade nicht zur Hand. Aber ich habe ja viel Zeit in meinem Laden um krude Garnkombinationen auszudenken. Diesmal habe ich kurzerhand die Shetland-Wolle von Karen Noe (die war von meinen Schottland-Recherchen noch sehr präsent) und die Extraklasse von Atelier Zitron (100 % Mohair) miteinander vermählt. Und wenn man so eine Idee hat muss man doch gleich mal probieren.

Die ersten Runden sind gestrickt und ich bin begeistert! Die Kombination hat genau den Griff den ich gesucht habe, das subtile Farbspiel gibt es noch als Bonus dazu.

Eigentlich könnte ich doch jetzt geordnet nacheinander alle meine Baustellen abstricken. Aber da war doch noch was: diese Woche ist das neue Lamana-Heft bei mir eingetroffen. Gefüllt mit 32 Modellen, eins schöner als das nächste. Ich hab schon mal ein paar Lesezeichen gesetzt. Und für ein Pullover-Projekt schon mal das Wollhäufchen zusammengelegt.

Ich bin gespannt, ob ich am langen Wochenende die Diziplin aufbringe, nicht doch mal eben auszuprobieren, wie die Garn- und Farbkombi so wirkt. Es werden noch Wetten angenommen 😉

Schottland die 2.

Schottland die 2.

Vor 14 Tagen habe ich euch von meinen Vorbereitungen auf das Whiskeytasting erzählt. Inzwischen ist die Veranstaltung vorbei. Aber auch mir, seit vielen Jahren in der Welt der Wolle unterwegs, begegnet bei solchen Recherchen immer noch Neues und Begeisterndes.

So war es auch diesmal mit Sanquhar. Sanquhar ist ein kleiner Ort in den schottischen Lowlands und war über viele Jahre DAS Zentrum der schottischen Wollverarbeitung. Dort wurde lange Zeit viel Geld mit Handstrickerei verdient, ein lukratives Handwerk für in Gilden und Zünften organisierte Männer.

Und es entwickelten sich dort ganz eigene Muster, die bis heute weitergereicht und gepflegt werden. 2-farbige, meist in schwarz und weiß gestrickte grafische Muster werden hauptsächlich zu feinen Fingerhandschuhen verstrickt. Eine Wahnsinnsarbeit für Geduldige, zumal das Garn oft mit einer Nadelstärke von 1,5 mm verstrickt wird.

Aber die Muster sind wirklich ausgesprochen schön und wirken sehr modern. Mit etwas dickeren Garnen zu einem Loop verarbeitet – das will ich unbedingt probieren. Wer sich aber tatsächlich an die Handschuhe wagen will: Hier ist eine kostenlose Anleitung für euch.

Und wer sich weiter inspirieren lassen mag: bei Pinterest habe ich eine Pinwand mit Fotos zum Thema für euch zusammengestellt, schaut doch einfach mal durch.

Und für alle die tiefer in die Materie eintauchen wollen: hier ist eine Museumsseite mit Hintergründen. Und wer sich einfach nur ein Paar Handschuhe kaufen mag und dafür noch 120 Pfund in seiner Sparbüchse gefunden hat: hier findet ihr die Seite einer Initiative die die alten Muster bewahrt und daraus Strickstücke zum Verkauf fertigt.

Ach ja, der Whiskey hat übrigens auch ganz hervorragend geschmeckt 😉

 

Herbstgold

Herbstgold

heißt meine neueste Anleitung. Vor wenigen Minuten habe ich sie bei ravelry eingestellt. Das ist für mich immer noch ein aufregender Moment. Einerseits  eine unbändiger Freude meine Anleitung auf dieser weltweiten Platform zu sehen . Auf der anderen Seite leises Bauchgrummeln – gefällt euch mein Design? Ist es für euch auch so klar wie für mich beim Hinschreiben? Ich bin gespannt auf eure Reaktionen.

Besonders viel Spaß hat mir bei diesem Projekt die Garnzusammenstellung gemacht. Stundenlang bin ich durch meinen Laden geschlichen und habe Stränge, Knäule und Konen gestreichelt. Wer passt zu wem? Wie ergibt sich ein subtiles Farbspiel, wie die perfekte Textur. Pröbchen gestrickt und bewertet. Und irgendwann eine Entscheidung getroffen. Trotzdem werde ich den Schal auch noch in anderen Garnzusammenstellungen stricken. Zum Beispiel als 2-fädige Kombination der neuen Rakuda mit Mohair. Oder vielleicht aus der Babyalpaka von BC mit der gebürsteten Alpaka von Lamana? Oder……

Wenn ihr an dem Modell interessiert seid, kommt einfach vorbei. Wir finden die perfekte Garn und Farbkombi für euch. Und zum Garnkauf bekommt ihr im Oktober von mir die Anleitung geschenkt!

Bleibt mir nur noch, euch den Soundtrack zum Schal vorzuschlagen. Wie häufig im Herbst hab ich ganz oft dieses Lied im Kopf gehabt.

Genießt diesen wunderbaren Tag, streift durch Wälder und Laub und ladet eure Akkus mit Sonnenstrahlen auf. Damit ihr euch im Dezember erinnern könnt, mit einem warmen Schal um den Hals.

Nach Schottland …

Nach Schottland …

… geht es bei mir gerade leider nur virtuell. Meine Frau veranstaltet am 18. Oktober einen unterhaltsamen Abend zum Thema Whisky und Schotland. 

Und ich darf und soll ein paar kleine Geschichten zum Thema Wolle beisteuern. Zur Vorbereitung suche ich gerade Informationen und besuche dabei vorzugsweise die Inseln – Shetland, Orkney und die Hebriden sind schon lange Sehnsuchtsorte für mich. Leider ist es nicht ganz einfach, unseren kleinen Wohnwagen dorthin zu verfrachten, deshalb wird es wohl noch länger nur bei der Sehnsucht bleiben.

Aber als Strickerin kann man ja glücklicherweise auch mit den Nadeln verreisen. Als bekennender Fan nordischer Garne findet sich ja immer der ein oder andere Strang Shetlandwolle in meinem Laden (und Stash). Und bei den Designerinnen bin ich ganz verliebt in Hilary Grant  von den Orkney-Inseln. In ihrem sehr empfehlenswerten Buch „Knitting from the North“ interpretiert sie die klassische Fair-Isle-Technik neu. Ihre Muster sind ganz modernen und  grafisch. Bei mir liegt jetzt das Garn für ihren Dot Dash Cowl, ich hoffe ich komme bis zum Whiskey-Tasting dazu ihn endlich anzunadeln.

Und wer eher auf klassische Fair-Isle-Muster steht, ist mit diesen Stulpen perfekt versorgt. Und wer beim Tasting dabei sein möchte: meldet euch einfach bei Karin an und bringt an dem Abend euer Strickzeug mit!