Alle Jahre wieder: wir stürzen uns kopfüber in die Adventszeit. Mein Schaufenster ist schon passend dekoriert, das Wolllager füllt sich stündlich – ebenso wie die Papiertonne mit leeren Kartons. Bei mir kommen die ersten Lebkuchen auf den Teller und der Adventskalender wird am Treppengeländer aufgehängt. Und wie jedes Jahr wächst der Wunsch nach Zeit und Ruhe, zum Innehalten, Plätzchen backen, liebe Menschen treffen.

Aber auch wie jedes Jahr wird das nicht funktionieren. Wenn man Einzelhändlerin ist, fliegt diese Zeit blitzartig rechts und links an einem vorbei. Zum Glück verschenkt ihr gerne Wolle oder selbst gestrickte Geschenke, das ermöglicht mir erst, meinen kleinen Ladentraum weiterzuleben. Und so bin ich auch in diesem Jahr außer in meinem Laden auf meinen beiden Lieblingsmärkten zu finden: vom 30.11. bis 2. Dezember beim Advent in den Gewölben in der Festung Mark. Und am 6. Dezember wieder auf Gerfrieds bezauberndem Nikolausmarkt in der Schmuckwerkstatt Rayon. Dort hab ich in diesem Jahr nicht nur Wolle im Gepäck, es gibt auch das ein oder andere fertige Stück. Warme Mützen und Stirnbänder aus meinen Händen. Und wunderschöne Schals und Stulpen von einer kleinen Manufaktur aus Irland. Die haben im Oktober den Weg in meinen Laden gefunden und schon einige Herzen erobert.

Aus diesem Grund liegen meine größeren Strickprojekte auch gerade schlummern in den Stricktaschen. Derzeit klappern die Nadeln in der Mützenfabrikation. 3 Modelle bring ich auch als Stricksets mit auf die Märkte, Wolle und Anleitung für alle, die ihre Geschenke lieber eigenhändig herstellen.

Und ich Label jetzt erste einmal einen ganzen Stapel Mützen und blockiere mir dann ganz heimlich ein paar Stunden in meinem Terminkalender für meine ganz private Adventsstimmung. Frei nach dem Motto „Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden.“