Zurück an die Nadeln

Zurück an die Nadeln

auch wenn ich gerade auf die Tastatur tippe, im Fokus stehen endlich wieder meine Stricknadeln.

In den vergangenen Wochenhabe ich viel Zeit am Rechner verbracht. Mit rauchendem Kopf und schwitzigen Fingern. Das eigentliche Ziel: der neue Onlineshop. Ich habe eine neue Software gekauft, meinen gesamten Warenbestand dorthin umgezogen. Konfiguriert und optimiert, alles bei über 30 Grad. Nach und nach tauchten im täglichen Betrieb Probleme auf. Gutscheine gingen nicht mehr, würde ich euch aber natürlich sehr gerne auch in Zukunft anbieten können. Und die Kassenausdrucke sind ein Witz, nur mit Lupe lesbar. Von nicht gesetzeskonformen Buchungen im Kassenjournal fange ich gar nicht erst an. Und der Support? Langsam und lapidar. Bei vielen Antworten merkte ich, die haben meine Frage gar nicht richtig gelesen. 08/15-Antworten die mir kein Stück halfen. Die Erkenntnis: die Software mag ja für den Onlineshop ganz nett sein, wenn aber mein normaler Ladenbetrieb nicht mehr funktioniert nützt das auch nix.

Nach gut 3 Wochen schlechter Laune, schlafloser Nächte und genervter Umwelt: Rolle rückwärts. Zurück zum alten Anbieter, wieder den Warenbestand umgezogen (jetzt bei fast 40 Grad). Kasse und Laden laufen jetzt wieder reibungslos. Nur leider ist kein Onlineshop in Sicht. Momentan fehlen Zeit und Energie um einen anderen Anbieter auszuprobieren. Zumal das auch einen Systemwechsel zu Windows erfordert. Teure Hardware kaufen um es testen zu können? Kann ich mich gerade nicht überwinden.

Also lasse ich erst einmal etwas Gras über die Sache wachsen und lasse statt dessen wieder meine Nadeln klappern. Das macht den Kopf klar und die Laune besser. Momentan ist die erste Mütze der Saison dran. Die Urban Brioche pappte bei Ravelry auf und wollte unbedingt von mir gestrickt werden. Etwas tricky ist der 2-farbige italienische Anschlag. Aber zum Glück gibt es You-Tube! Da freut sich mein Kopf über die Herausforderung.

Und wenn die Mütze fertig ist? Da ist eine wunderschöne Strickjacke auf meine Wunschliste gewandert. Arbeitslos werd ich ganz sicher nicht.

Hitzefrei

Hitzefrei

In der nächsten Woche kommt die Sahara zu Besuch. Ich schwitze schon, wenn ich nur die Wettervorhersage sehe – wie schön kühl war es doch in Dänemark, seufz.

Aus diesem Grund macht die maschinistin am Mittwoch den 26. und Donnerstag den 27. Juni hitzefrei. Freitag und Samstag ist wieder geöffnet.

Ich werde die Zeit nutzen, um im hoffentlich kühleren Büro meinen kompletten Warenbestand auf ein neues Kassensystem umzuziehen – jetzt wird es ernst mit dem Online-Shop. Und falls ihr ganz dringend etwas aus meinem Laden braucht, schreibt mir eine kurze Mail, dann lass ich euch rein 🙂

Ich schul um und werde Dänin!

Ich schul um und werde Dänin!

Nach diesem Urlaub ist die Landung im Alltag besonders hart. Eingehüllt in eine Hygge-Wohlfühlwolke haben wir die vergangenen 3 Wochen in Dänemark verbracht.

Nachdem meine Frau vor 20(!) Jahren ein traumatisches Dänemark-Urlaubserlebnis hatte, stand dieses Land bei ihr auf dem Index. Ewig schon hab ich es versucht, überraschenderweise willigte sie dieses Jahr ein, den Dänen noch eine Chance zu geben.

Von Rügen aus ging es per Fähre nach Bornholm, im Reiseführer hatten wir uns einen geeigneten Campingplatz ausgesucht. Also, erst einmal mit 80 km/h entschleunigt quer über die Insel, ein paar hundert Meter durch den Wald – und wir waren im Paradies. Ein Platz unter den Kiefern, vor uns die Dünen und das Meer. Lasse, der freundliche Campingplatzchef, empfahl noch ein Plätzchen mit Abendsonne und dann waren wir ganz alleine. Nur das Meer und die Vögel im Ohr – schneller hab ich wohl noch nie abgeschaltet. Nach rechts 5 km weißer Strand, nach links 30 km. Kein Mensch zu sehen. Und der Sand so fein und weiß, dass er früher als Füllung für Sanduhren verwendet wurde.

 

Nach 2 Tagen wußten wir: 3 km nach rechts gibt es das beste Softeis der Welt. Und 4 km nach links kam ein niedlicher kleiner Ort, mit den besten Floedeboeller Dänemarks.

Langsam entdeckten wir die Insel, jede Menge Kunsthandwerk, nette Örtchen, traumhafte Architektur, Sandstrände und Felsküsten. Und überall entspannte und freundliche Menschen. Und Wollgeschäfte. Klein aber fantastisch sortiert. Immer Naturfasern, meistens dänische Garne, teilweise sogar regional. Ich musste mich sehr beherrschen, nicht alles mitzubringen.

Wir wanderten durch die Spaltentäler im Inneren der Insel, begegneten Schafen, freuten uns an Klippen und Flechten, Glasbläsern und moderner Holzarchitektur. Eigentlich hätte ich die ganzen 3 Wochen auf Bornholm verbringen können.

 

Aber die Neugierde siegte.

Mit der Fähre ging es kurz nach Schweden, wir hatten 3 Tage Malmö vor uns. Der Campingplatz lag am Fuß der imposanten Öresundbrücke, auf neidisch machenden Fahrradwegen ging es ins Zentrum der Stadt. Wir erforschten interessante Neubaugebiete auf alten Hafenarealen und Gründerzeitviertel im Zentrum. Im Lakritzladen wollte ich mich einschließen lassen und in einem großen Möbelgeschäft wollte ich einen Container ordern und einfach alles einpacken. Futter für Leib und Seele!

 

Nächster Stop Kultur!

40 km nördlich von Kopenhagen liegt das Lousiana-Museum. Seit ich vor ca. 20 Jahren einmal dort war, ist es einer meiner Sehnsuchtsorte. Ich hatte ein wenig Lampenfieber: ist es beim 2. Mal immer noch so toll? Wird es Karin gefallen, oder hab ich zu hohe Erwartungen geweckt? Es war fantastisch – auch beim 2. Mal ist die Symbiose aus Kunst, Natur und Architektur einzigartig. Wir habe einen inspirierenden Tag dort verbracht, wunderbare Ausstellungen gesehen und entspannte Pausen mit Blick auf den Öresund gemacht.

 

Unsere letzte Station: Aarhus

Die zweitgrößte Stadt Dänemarks, Einwohnerzahl vergleichbar mit Magdeburg. Aber da enden auch schon die Gemeinsamkeiten. Angefangen beim Radwegekonzept, der Lebendigkeit der Innenstadt, Qualität von Architektur, Gastronomie und Einzelhandel endet es bei der herzlichen Freundlichkeit der Dänen. Bei jedem Augenkontakt bekommt man einfach so ein Lächeln geschenkt. Und die Wollläden! 7 Stück sind mir bei meiner Runde durch die Stadt begegnet, das waren bestimmt nicht alle. Im Laden gab es immer einen netten Plausch, eine schöne Auswahl und viel Sachverstand. Aber es strickt ja auch gefühlt jede Dänin. Auf dem Campingplatz war neben dem Meeresrauschen auch immer das leise Geklapper der Stricknadeln zu hören. Es liegt vielleicht auch am Wetter, ich habe im Urlaub meistens mehrere Lagen Wolle kombiniert. Es war ganz schön kalt und meistens auch noch windig – Pulloverwetter.

 

Jetzt bin ich wieder zurück im eigenen Laden, streichel ab und an meine dänischen Garne im Regal und stricke Kindermodelle nach dänischen Anleitungen. Und höre dabei ganz leise das Meer rauschen.

Der März im Schnelldurchgang

Der März im Schnelldurchgang

Auch wenn hier nicht viel passierte, ich war fleißig im März. An den Nadeln und im Kopf.

Nach langer Zeit hab ich wieder einen Teststrick gemacht. Erinnert ihr euch noch an den süßen Fuchspullover der in meinem Laden hängt? Die Designerin Amy postete bei Instagram den Aufruf für einen niedlichen Overall und ich winkte gleich hier. Zum Glück strickte sich das Teil in 2 Abenden völlig problemlos, ich hatte ja auch sonst keinen Mangel an Projekten. Aber ich stricke einfach so gerne Kindersachen! In Ermangelung eigener Kinder (und Enkel) hat die liebe Karo ihre Tochter als Model in die Hose gesteckt und fotografiert – zuckersüß! In den nächsten Tagen werde ich die Anleitung noch übersetzen, ihr könnt sie dann bei ravelry auch auf deutsch kaufen 🙂

Und was hatte der März sonst noch auf Lager? Neue Ware für Nicht-Stricker, ein entspannter KAL, kurze Ausszeiten, viel Frühling und einige Strickprojekte – seht selbst: 

 

Und was bringt der April? Eine tolle Überraschung im Warensortiment, das Frühlingserwachen mit meinen Stadtfelder Kiezkollegen, 25 Stunden Berlin und natürlich viele neue Strickprojekte.

Zeit für Pullover

Zeit für Pullover

Meistens stricke ich ja Mützen und Tücher, Kleinkram sozusagen. Geht schnell (meistens), lässt mich neue Garne, Texturen und Muster probieren. Aber irgendwie hat mich in den letzten Wochen die Lust auf richtige Pullover gepackt – da war es auch noch kälter. Und so sind in den vergangenen Tagen gleich 2 Pullover von meinen Nadeln gehüpft.

Den Rauwerk Trees hatte ich noch im vergangenen Jahr angenadelt. Die Anleitung war Liebe auf den ersten Blick, außerdem hatte ich mit der Wendelsteiner Schafswolle das perfekte Garn im Laden liegen – total zufällig natürlich. Trotz Nadelstärke 4,5 bremste das Zopfmuster der Vorderseite doch ganz ordentlich, kurz nach der Ärmeltrennung verlor ich die Ausdauer. Außerdem ist das Projekt nicht so ganz das richtige Unterwegs-Strickzeug, es ist einfach zu voluminös. Also schlummerte es in der Ecke bis ein paar Tücher das Licht der Welt erblickten

 

Anfang Februar scheiterte dann der Versuch meinen nach jahrelangem intensiven Gebrauch inzwischen etwas labbrig gewordenen Blue House Sweater kontrolliert zu filzen. Er filzte zwar ganz wunderbar, leider aber auf eine Größe die von meiner sehr weit entfernt ist. Eine kleine und zierliche Freundin von mir trägt ihn jetzt mit großem Vergnügen. Und da für mich ein Leben ohne blauen Pullover zwar möglich aber sinnlos ist, musste schnellstmöglich eine Lösung her. Der Vertical Stripes Sweater hatte es bereits im September auf meine Favoritenliste geschafft, dazu eine Kombination von Atelier Zitrons Understatement und Lamanas Premia – was halt so rumliegt 😉

Das gute Stück war nach nur einer Woche fertig und hat von Farbe und Textur meine Erwartungen noch übertroffen. Ein neuer blauer Lieblingspullover ist da!

Das gab mir auch wieder den neuen Schwung für den Rauwerk, so viel Arbeit war es dann doch nicht mehr. Rücken und Ärmel sind glatt rechts und gehen schnell von der Hand. Und dann hab ich all meinen Mut zusammen genommen und noch einen Filzversuch gestartet. Und diesmal wurde ich belohnt. Ein wunderschönes Maschenbild, schön dicht mit leichtem Flaum UND immer noch die passende Größe. Das ist der richtige Draußen-Pullover für die Übergangszeit und kühle Abende auf dem Campingplatz und im Garten.

Und weil ich gerade so schön im Schwung bin, werde ich meine Morginn-Strickjacke aus unsrem KAL kurzerhand auch zum Pulli umarbeiten. Und vielleicht auch wieder filzen…

 

Danke sagen

Danke sagen

Vor wenigen Tagen bin ich bei Ravelry über die Anleitung zum Odyssey-Schal von der wunderbaren Designerin Joji Locatelli gestolpert.  Ich wunderte mich, dass er kostenlos zu bekommen ist. Dann las ich ihren sehr emotionalen Beitrag, in dem sie sich für die große Unterstützung ihrer Strickerinnen bedankt, die ihr das Leben als Designerin überhaupt ermöglichen. Die Resonanz ist überwältigend obwohl erst vor 3 Tagen veröffentlicht haben schon 1096 Strickerinnen bei ravelry den Schal in ihrer queue! Ich natürlich auch 🙂

Und da ich in diesen Tagen mein 7-jähriges Ladenjubiläum feiere, hab auch ich 100 Gründe euch zu danken. Für eure Treue, eure Inspiration, die konstruktive Kritik und tatkräftige Unterstützung. Fürs Weiterempfehlen, die Herzchen bei facebook, google und Insta.

Ihr seid mir bereitwillig von Buckau nach Stadtfeld gefolgt, freut euch mit mir über den neuen Laden voller Luft und Licht.

Deshalb habe ich euch passend zu Jojis Anleitung Wolltüten gepackt. In 7 Farbvarianten – für jedes Jahr eine. Gewählt hab ich die Patina von Atelier Zitron, die hat schöne Farbabstufungen und dezenten Glanz. Die richtige Textur und Stärke für die Anleitung. Und als Dankeschön gibt es auf jede Tüte 7 Euro Rabatt ( 34,70 statt 41,70 Euro für insgesamt 6 Knäuel). Das Angebot gilt nur diese Woche und nur so lange der Vorrat reicht. Wenn weg dann alle.

Ach ja, und danke fürs Lesen!

Patina von Atelier Zitron, 55% Merino, 45% Viskose, 110m/50gr, 6,95 Euro